
Hirnsex - Lisa Randall scheint der Einstein unter den Lebenden Physikern zu sein, ebenso wie dieser, wenn nicht besser, versteht sie es, hochkomplizierte philosophische, mathematische und physikalische Zusammenhänge in spannender, nicht zu weit ausschweifender Sprache greifbar darzustellen. Dabei wird bei jedem Wort klar, daß sie zu den sehr wenigen Denkerinnen gehört, die die Theoreme der modernen Physik nicht nur zu verstehen in der Lage sind, sondern sie auch weiter entwickeln können. Ohne auf die Details der Nuklearphysik einzugehen: Für Wissenschaftsfreaks un Brainies die Droge schlechthin. Doch wie immer sei mit Frank Zappa derjenige gewarnt, welcher andere mit Lesefrüchten beglücken muss, und dies nicht nur, weil Randall gerne Pop zitiert: Don t never let her know you are smart - the universe is nowhere to start. In Randalls Buch geht es um die Struktur der kleinsten Materieteilchen, vielen von uns Laien noch als die Bohr schen Kügelchen aus dem Chemiesaal bekannt. Es wird mittlerweile angenommen, daß diese kleinsten Elemente wiederum aus einer Myriade elementarster Energieschwingungen mit äußerst seltsamen Eigenschaften bestehen, die offenbar in ihrer Ausdehnung durch andere, höhere, ebenenreicherer Dimensionen begrenzt werden, und, daß vielleicht andere Welten auf uns unsichtbaren Dimensionen verborgen sind, zu denen wir niemals Zugang haben werden: ein Polyversum. Ein tolles Buch für Atheisten wie auch Gottessucher jenseits der etablierten Schriften. Diese Leser dürften auch Tipler, Hawking, Guitton und Breuer interessieren.
Die Physik und wir - Bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wurden Fachbücher von Fachleuten für Fachleute geschrieben. Heute aber öffnet sich die Wissenschaft auch denen, die gar keine Fachleute werden wollen, sondern nur mal verstehen wollen, was denn Sache ist. Lisa Randall macht das meiner Meinung nach meisterhaft, verzichtet auf Mathematik in ihren Darstellungen, gibt aber weiterführende Literatur an (wenn auch etwas spärlich). Jedem Kapitel wird ein Motto vorangestellt (mit passendem Zitat aus Popsongs, finde ich originell). Obwohl die Kapitel aufeinander aufbauen, kann man trotzdem auch einfach ein Kapitel herausgreifen und es trotzdem gut lesen, denn was immer zum Verständnis wichtig ist, wird kurz wiederholt, um es ins Gedächtnis zurückzurufen.Dies Buch gibt einen aktuellen Stand der Wissenschaft wieder, wirft die noch unbeantworteten Fragen auf und wie sie vielleicht beantwortet werden können. Man kann es sogar noch dann zur Hand nehmen, wenn man es schon mal gelesen hat. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Das Buch geht gut zusammen mit Michio Kaku Im Paralleluniversum. Lisa RAndall - obwohl ohne Mathematik - verzichtet keineswegs darauf, die angebotenen Informationen systematisch und strukturiert darzulegen. Es finden sich hin und wieder grafische Darstellungen (einigen mag das zu wenig sein) und auch Tabellen, immer im Kontext und erläuternd zum Text.Ich habe mich gefreut, dies Buch zu lesen. Alles in allem für mich eine gelungene Zusammenfassung eines sehr komplexen Themas. Weniger aufwändig ausgestattet als S. Hawkings Bücher aber mit mehr Tiefgang dem Nicht-Physiker dargeboten.
Das Layout des Umschlages ist gut! - Aufmerksam geworden durch eine Rezension bei Spiegel Online begann ich mit hohen Erwartungen mit dem Lesen dieses Sachbuches - und wurde enttaeuscht. Jetzt im Nachhinein gefaellt mir nur noch der Umschlag.Wie einige Vorgaenger bereits darlegten ist der Erzaehlstil langatmig, der Schreibstil zaeh und die Geschichte um Ike und Athena unnoetig. Haette man das Buch komprimiert, waere sicher nur 1/3 uebrig geblieben. Eine gute Idee ist die Zusammenfassungen am Ende der Kapitel, obwohl deren Inhalt manchmal auch substanzlos ist. Der Leser, selber promovierter Chemiker, sucht am Ende nach der - man erlaube mir den Ausdruck - Take Home Message und findet sie nicht. Ich moechte mal behaupten, dass es der Mehrheit der Leser aehnlich erging.Dem geneigten Leser wuerde ich eher die Buecher von B. Greene oder M. Kaku empfehlen und schauen Sie mal ab und zu in die Sparte Wissenschaft bei Spiegel Online, dort gibt es, von der obigen Empfehlung einmal abgesehen, interessante Artikel, die auf die Quantenphysik neugierig machen.
Kommunikationsautist - ... die Art und Weise wie das Buch geschrieben ist würde für mich zu einem Kommunikationsautisten passen. Frau Randall versucht witzig zu sein, nutzt populäre Stilmittel wie passende Zitate zu Beginn jedes Artikels etc.Aber spätestens als sie erwähnt, dass sie als kleines Mädchen auf einem Summercamp für mathematisch begabte Kinde war, konnte ich ihr all dies nicht mehr übel nehmen :-)Das Buch ist gut und wenn man Brian Green zuvor liest, dann ist es sogar eine interessante Ergänzung zum schon existierenden Halbwissen, weil es eine andere Perspektive auf die Forschung in der theoretischen Physik gibt.Deshalb ja, es ist von der Sprache wirklich kein Genuss, aber ein interessantes Buch für alle, die am Thema weiter Wissen aufbauen wollen (und denen vielleicht die mathematischen Skills dazu fehlen) ...
Sachbuch mit Substanz - Gibt es eine Welt gleich nebenan? Vielleicht sogar unendlich viele? Und können wir mit denen da.... oder die mit uns.... in Verbindung treten? Solcherlei Fragen begegnen uns heute hauptsächlich in Science- Fiction- Filmen, nehmen wir den Hyperraum der Voyager im Star Trek oder die Wurmlöcher hinter dem Stargate. Was sagt die Physik dazu?Dass sind Theorien, die nur wenige von uns 6 Milliarden Menschen verstehen, von einem sinnlichen Begreifen der Natur ganz zu schweigen. Dies auf die Alltagserfahrung des interssierten, aber mathematiklos aufgewachsenen Laien hinunterzubrechen können nur wenige Fachmänner / -frauen, ohne daß es in einem pseudo- philosophischem Geschwätz endet. Anders als das Standardmodell der Physik, welches bereits bekannte Phänomene erklären will (bottom- up Ansatz) ist hier eine Theorie, die ein umfassendes Modell darstellen soll (top- down Ansatz), in daß sich die bisher gewonnenen Erkenntnisse der Experimentalphysik als (einschränkende) Randbedingungen einordnen lassen, aber eben noch andere Aussagen gemacht werden, die zum Teil (noch) nicht überprüfbar sind, weil die dazu notwendigen Beschleuniger und Energien fehlen. Ich meine, L. Randall versteht es, ihr Wissen ohne allzuviel Rückgriff auf die Sprache der math. Gleichungen, eben durch alltagsnahe, exemplarische Gleichnisse dem Leser nahezubringen. Und weil ein Gleichnis allein eben oft nicht exakt den Punkt trifft, genau deshalb gibt es hier auch mal 2 oder 3 Geschichten dazu, was als langweilige Wiederholung wirken mag. Wiederholung gehört aber nun einmal zum Erlernen jeder Sprache, auch der der Physik. Zu Anfang jedes Abschnitts findet sich ein den Leser motivierendes Zitat aus der Literatur, das kann auch mal ein Zitat aus einem Pop- Song sein (es ist halt ein amerikanisches Buch). Öfters im Textfluß steht eine illustrative Zeichnung. Vor allem findet man hier eine sehr klare Erläuterung der Fachbegriffe: Nein, es wird Ihnen beim Lesen nicht erspart bleiben zu hören was Eichbosomen, was Hadronen und Leptonen sind. ...und auch was das Standardmodell bedeuten soll erklärt die Autorin. Zu Ende des Kapitels steht wie in einem guten Lehrbuch eine Zusammenfassung.Es bleibt dabei ein Sachbuch, aber eines mit Substanz. Es versucht, die Mathematik durch erläuternde Beispiele zu ersetzen. Dass es dafür nicht ganz so leicht zu lesen ist wie die Sonntagsbeilage ihrer Tageszeitung gehört dazu....