
Naturwissenschaft-Geschichte - Es ist ein Sachbuch , liest sich jedoch so flüssig wie ein interessanter Roman, unterteilt in themenbezogene Abschnitte von der Entstehung des Universum bis heute. Bill Bryson gibt vor, von Naturwissenschaften keine Ahnung zu haben. Nun, das Gegenteil ist der Fall. Er führt den Roten Faden der Geschichte von einem Thema zum nächsten und zeigt dabei ein so hohes erzählerisches Können, dass es mir oft schwer gefallen ist, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen. Am Anfang zeigt er die Größenverhältnisse der Planeten und gegenseitige Entfernungen zueinander in einem Maßstab, den man leicht begreift. Später schreibt er über die Erde umgebende Atmosphäre: wäre die Erde so groß wie ein Globus, die Atmospäre wäre nur einige Lackschichten dick. Er geht sehr detailliert auf zahlreiche geschichtliche Entwicklungen ein und ich muss daher hervorheben, dass ein gewisses Interesse für Naturwissenschaften vorhanden sein sollte, da man sonst mit zu vielen Einzelheiten überfordert wird. Aber gerade diese oft ins Detail gehenden geschichtliche Zusammenhänge machen seine Erklärungen für mich anschaulich und das Buch interrsant.
Leider gravierende sachliche Fehler - Ich habe, bevor ich dieses Buch anfing zu lesen, Big Bang von Simon Singh gelesen. Ich war also in Sachen Urknall ein wenig vorgebildet. So fiel mir auf, dass auf den ersten 5 Seiten bereits 3 Fehler zu finden waren. Es ist eben falsch, wenn man schreibt, dass mit dem Urknall alles anfing, die meiste Zeit also nichts war. Das ist deshalb total falsch, weil die Zeit mit dem Urknall erst entstanden ist. Es gab vor dem Urknall keine Zeit. Wenn man das Thema halbweges recherchiert und ich denke das sollte man tun, wenn man solch ein Buch schreibt, darf ein solcher Fehler nicht passieren. Da ich auf den ersten Seiten noch andere Fehler gefunden habe (und ich bin kein Wissenschaftler) habe ich dieses Buch weggelegt.Der plauderhafte Stil des Authors ist Geschmackssache.
Klassiker - Mehr kann man dazu nicht sagen. Sicher kann man in einem Buch nicht alles zur Entstehung von Weltall und Menschheit sagen und auch nicht alle Gebiete der Physik, Chemie, Biologie und Astronomie vollständig abgrasen, aber dem Autor gelingt es meisterhaft in einem guten Plauderton sehr viel Interessantes zu diesen Themen in einer witzigen Art unterzubringen. Hinterher weiß man nicht (fast) alles, aber sehr viel mehr, man versteht Zusammenhänge und bekommt Lust sich mit manchen Dingen intensiver und vielleicht auch wissenschaftlicher zu befassen.5 Sterne von mir!
Almanach des Wissens - Ein Sachbuch, 672 Seiten stark.Es ist nicht mehr und nicht weniger, als die Geschichte von allem. Um genau zu sein: Eine kurze Geschichte von fast allem.Und wenn man es gelesen hat, kann man dem fast nur noch hinzufügen: Es stimmt. Es steht gefühlt alles erklärt darin.Vom Aufbau des Universums, von Atome, der Chemie, Physik, Geologie, Paläontologie und so weiter. Das alles als rein Fakten wär öde, fad, schwer verdaulich.Bill Bryson reichert dies alles aber an mit einer Vielzahl von Geschichten und Anekdoten rund um die verschiedenen Entdeckeungen und Experimente, mit Hintergründen zu den Forschern, ihren Verbindung, Feindschaften und Freundschaften.Wenn man nur 5 Promille dessen behalten würde, was das Buch fast, man würde als allwissend gelten.
Man sollte nicht zu Depressionen neigen.... - ...wenn man sich an diese Wälzer heranwagt. Die menschliche Existenz steht auf wackeligen Beinen. Ein fehlgeleiteter größerer Asteroid, die nächste anstehende Eiszeit (alle reden von Treibhauseffekt, da wird das Pendant gerne mal übersehen), ein mutierter, außer Kontrolle geratener Virus, größere tektonische Verschiebungen und das Leben wäre nicht mehr so, wie wir es kennen. Zum Glück wird unser Zentralgestirn noch ein paar Millionen Jahre weiterbrutzeln, bevor seine Energie aufgebraucht sein wird. Abgesehen davon hat das über 600 Seiten starke Buch den Anspruch, eine Geschichte von fast allem zu erzählen, zumindest in naturwissenschaftlicher Richtung. Da kann vieles natürlich nur angerissen werden. Doch nach seiner aufmerksamen Lektüre, hat sich zumindest bei mir so manche Wissenslücke geschlossen. Das Werk ist gut leserlich geschrieben und eignet sich durch auch als Bettlektüre. Etwas negativ fällt auf, dass mit Jahreszahlen und Biografiedaten nur so um sich geworfen wird. Jedoch vieles an Detailwissen zu den Wissenschaftlern und hellen Köpfen ist rasch gelesen und ebenso schnell auch wieder vergessen. Die Grenzenlosigkeit des Welt, sowohl in die eine Richtung (unendliche Dimensionen des Weltalls) wie auch in die andere (immer wieder neue Unterteilung der Atomteile), die Zufälligkeit der Entstehung des Lebens auf der Erde, die Wahrscheinlichkeit von weiterem intelligenten Leben auf anderen Planeten, die Theorie der unendlichen Wiederholbarkeit der Entstehung der Welt lassen den Mensch und die komplette menschliche Kulturgeschichte plötzlich sehr klein und sandkornartig erscheinen. Doch, es ist das einzige, was wir haben.Wir sollten es achtsam behandeln.